Norway Tour '94.
Die zweite Woche, von Stavanger bis Trondheim.


8.Tag

Zum Glück hatte meine Hütte letzte Nacht einen Fernseher - dadurch konnte ich noch die Wetternachrichten sehen. Demnach soll es noch mindestens die nächsten 4-5 Tage im Fjordland schlecht bleiben, da sich ein riesiges Tiefdruckgebiet vor der Küste Norwegens festgesetzt hat. Also beschließe ich, erst mal nach Osten auszuweichen. Meine Tour führt mich dann also weiter am Hardangerfjord und Eidfjord vorbei bis erstmal zur Ortschaft Eidfjord. Die ganze Strecke bis hier hat es leicht geregnet und die Fjorde waren tief mit Wolken verhangen, was aber der Schönheit dieser Landschaft keinen Abbruch tut. Im Gegenteil, die wolkenverhangenen Fjprde verleihen der Szenerie einen gespenstischen Eindruck. Dies wird noch dadurch verstärkt, das sich hinter fast jeder Kurve ein Wasserfall unter der Straße hindurchstürzt!

Von Eidfjord aus geht es nun durch das Måbødalen hinauf in die Hardanger Vidda und damit mitten in die tiefhängenden Wolken hinein. Dabei brennt mir mitten in einem unbeleuchteten Tunnel die Hauptsicherung durch, wodurch man natürlich wahnsinnig viel sieht! Aber zum Glück war dieses Problem schnell behoben. Danach dauert es in der Tat nicht mehr lange und ich fahre mitten in den tiefhängenden Wolken, doch tatsächlic: ca. 20 km vor Geilo ist die Straße plötzlich trocken und es klart nach Osten hin auf!

In Geilo habe ich mir dann erst mal wieder eine längere Kaffeepause verdient um mir Gedanken über meinen weiteren Weg zu machen. Dieser führt mich dann erst einmal das Hallingdal hinunter, wobei es immer heller und wärmer wird! Kurz hinter Ål wähle ich einen kleinen Fahrweg als Abkürzung, um über das Gebirge ins Hemsedal zu kommen. Leider bleibe ich nach ca. 1/3 der Strecke im Schnee stecken! Soviel also zum Thema Abkürzung über das Gebirge zu dieser Jahreszeit! Also geht es zurück ins Hallingdal und dort weiter bis Gol. Nun kann ich also den regulären Weg ins Hemsedal wählen. Dort erkenne ich auch sofort unseren alten Treffpunktwegweiser von vor 5 Jahren wieder: den großen Hydnefoss. Auch unser alter Zeltplatz ist sofort wiedergefunden, doch diesmal fahre ich den Weg bis ganz nach oben und finde dort einen wundervollen Platz mit einem berauschenden Ausblick über das Hemsedal. Die dramatische Wokenbildung mit den dazwischen immer wieder auftauchenden großen, blauen Löchern, dazu mit der akustischen Untermalung des direkt benachbarten Wasserfalls, ist einfach unbeschreiblich. In dieser Einsamkeit kann man stundenlang vor seinem kleinen Lagerfeuer sitzen und die Eindrücke geniesen.

So beschließe ich also den Tag bei insgesamt 1916 km, heute waren es immerhin 348 km!

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To be continued...



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Letzte Änderung: 17-Oct-1998